Das Künstlerhaus als Ort der konstruktiv vereinten Gegenpole

Steiermark | KUNSTKRITIK: ULRICH TRAGATSCHNIG | aus FALTER 08/14 vom 19.02.2014

Das Künstlerhaus zieht erfolgreiche Bilanz unter sein erstes Jahr als "Halle für Kunst und Medien" und feiert das Jubiläum mit drei glänzenden Ausstellungen, in denen sich die von Direktor Sandro Droschl vorgegebene "internationale Ausrichtung unter Einbindung herausragender steirischer Künstler" gut illustriert findet.

Den Hauptraum bespielt der kroatische Künstler Damir Očko mit einem installativen Setting, das seinen Weg zur Biennale von Venedig aus finanziellen Gründen nicht hat finden können, nun aber astrein als abgekühlte Analytik seines eigenen Gegenpols dasteht. Zumindest was Temperatur und Rationalität anlangt: In den über diverse Medien laufenden "Studies on Shivering" stehen unwillkürliche, wärmende Muskelkontraktionen samt Gänsehaut glatten Oberflächen gegenüber. Der zentrale Film TK transponiert das Thema "Zittern" in eine weiß verschneite Landschaft.

Weniger licht sind die Bilder von Silvia Ederer in "zero hero: a manoeuvre behind the language of light" einen Stock tiefer. Mit Očkos Arbeit teilen sie nicht nur den Hang zu Suspense. Auch Ederers Gemälden geht es um das Austarieren zweier Pole, die in ihrem Fall nicht "Coolness" und "Expression", sondern "schwarz" und "weiß","Abdunkelung" und "Gegenständlichkeit" heißen und zwischen sich die feineren Nuancen nicht vergessen.

Und im "Raum D" lotet Max Gansberger die Grenzen zwischen Skulptur und Malerei aus. Die von ihm in der Arbeit "frame by frame by frame" verwendeten Passepartouts müssen sich zwar verbiegen, brauchen sich dafür aber ausdrucksmäßig nicht länger still zurückhalten.

Künstlerhaus Graz, bis 6.3.


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