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Falter & Meinung | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 08/14 vom 19.02.2014

Das wichtigste Wort der Welt der Woche der Falter-Redaktion wurde von Benedikt Narodoslawsky geprägt und lautet: "mahübedingt". Es wird sich schwer feststellen lassen, ob, geschweige denn beweisen lassen, dass der Genosse Narodoslawsky das Wort erfunden hat. Und deswegen möchte ich an dieser Stelle auch einen Appell an alle Journalistinnen und Journalisten dieses Landes ergehen lassen: Ich bitte sehr darum, den betrüblich weit verbreiteten Unfug, simple und weiterhin so genannte "Zitate" mit einem in Klammern gesetzten Copyright-Vermerkung in Form eines lustigen © oder auch des Zusatzes "Copyright: " zu versehen, ab sofort zu unterlassen! Die zitierten Personen haben sicher kein Copyright auf die Formulierung, die Kennzeichnung mit Anführungszeichen und dem in Parenthesen gesetzten Namen des Zitierten nach dem Muster ",mahübedingt' (Benedikt Narodoslasky)" ist völlig ausreichend und auch wissenschaftlich korrekt.

Semantisch richtig eingesetzt wird das Wort "mahübedingt" übrigens in allen Kontexten, in denen einem relativ banalen Eigenversagen (schlechte Laune, schlechte Planung, schlechter Stuhlgang) der Anstrich unentrinnbarer Schicksalhaftigkeit verliehen werden soll, im Sinne von: Die Mariahilfer Straße ist schuld daran! Angesichts des Umstands, dass hierzulande ein paar versenkte Milliarden mehr oder weniger keine Sau kratzen und in Kärnten nicht einmal einen Kuhfurz zum Brennen bringen, kann man angesichts des Bahöls um die Mahü ohnedies nur noch die Mutter Gottes anrufen: "Maria hülf!"


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