Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | aus FALTER 09/14 vom 26.02.2014

Ähnelt das Leben, wenn’s gut geht, nicht einer gut gemachten Zeitung? Eine gut gemachte Zeitung besteht ja bekanntlich aus 78 bis 84 Prozent Verlässlichkeit und 22 bis 16 Prozent Überraschung. Wobei sich das Überraschende durchaus im Verlässlichen verbergen mag, weil, sagen wir einmal, im Medien-Ressort verlässlich eine Pressekolumne ("Wie gedruckt“) zu finden ist, die vollzumachen die befüllungsbevollmächtigte und -beauftragte Kollegin vor ihrem Interkontinentalflug aber keine Zeit mehr hatte, wie der Rest der Redaktion - Überraschuhuung! - kurz vor Redaktionsschluss feststellen musste.

Macht aber nix, denn das verschafft dem Kollegen vom Feuilleton unverhofft Gelegenheit, seine Kastlquotenkapazunderqualitäten noch stärker raushängen zu lassen, als er das ohnedies getan hätte und darüber hinaus auch noch - "gern geschehen!“ - seine kollegiale Kompetenz unter Beweis zu stellen und mit diesem knuspi Kastlquoten-Kollegialkompetenz-Crossover einen von bösen Überraschungen wie wiederholten Stromausfällen nicht ganz unperforierten Montag wieder mit der Infrarotlampe der Verlässlichkeit zu erwärmen. Überhaupt: die Burschen vom Feuilleton! Man soll sich ja nicht selber loben, aber weil’s ja sonst wieder keiner macht, darf ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die halt schon noch alte Schule sind: helfen einer alten Frau über die Straße, einer jungen aus dem Mantel und den Kollegen von der Politik mit einem "Hero der Woche“ aus, wenn der Schranz-Dolm fürs "Jenseits“ benötigt wird. Überraschend verlässlich!

KLAUS NÜCHTERN


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