Kolumne  Außenpolitik

Nach dem Sturz: wie Europa der Ukraine nun helfen kann

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 09/14 vom 26.02.2014

Es kommt wieder vor, dass radikale Massenbewegungen die politische Entwicklung realistischer einschätzen und weiter vorantreiben, als es taktierende Politiker zu tun imstande sind.

Hätten die Maidan-Demonstranten sich auf den Kompromiss eingelassen, den die drei EU-Außenminister und der Gesandte aus Moskau mit dem Regime in Kiew ausgehandelt hatten, wären sie den korrupten Präsidenten Janukowitsch nie so schnell losgeworden wie durch ihre Unnachgiebigkeit (siehe dazu auch Berichte auf den Seiten 10-12).

Jetzt aber muss man auf Besonnenheit hoffen. Niemand weiß, wie es weitergehen wird. Das Risiko einer Spaltung des Landes mit entsprechenden Kämpfen ist hoch. Der Sieg der Regimegegner in Kiew ist die Niederlage des Brandstifters in Moskau: Wladimir Putin, der Russlands Anspruch auf seine Einflusssphäre behauptet, hat die Proteste mit seinem Veto gegen die EU-Annäherung der Ukraine ausgelöst. Er hat Janukowitsch gedrängt, die Proteste zu ersticken, und ist also mitverantwortlich


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige