Wir Sind das Vieh

Politik | aus FALTER 09/14 vom 26.02.2014

Ein angeschossenes Mädchen twittert "Ich sterbe“. Priester nehmen Scharfschützen fest. Die in Wien lebende Autorin Tanja Maljartschuk über die Revolution von Kiew und ihre Hoffnung auf eine Wende in ihrer Heimat

Jede Revolution ist kein Anfang, sondern ein Ende. Das schrieb der polnische Philosoph Leszek Kołakowski im Jahr 1979, und ich stimme ihm zu.

Ich bin zerstört, die Ukraine ist zerstört. Was sich in den letzten drei Monaten in diesem Land abspielte, ist ein Horrorfilm, den man live verfolgen konnte, mit Dutzenden Toten und weinenden Müttern, die auf der Bühne des Maidan Platzes in Kiew "Ich verzeihe!“ flüstern. "Wir - nicht!“, skandieren die Maidaner aus Ruinen und Asche, heben die geballten Fäuste zum Himmel empor. Für die ukrainische Gesellschaft war die Tötung der Demonstranten ein absoluter Tabubruch.

Einen Tag zuvor zwangen die sich selbst verteidigenden Kämpfer des Maidan sogar die Oppositionspolitiker dazu, vor den offenen Särgen der ermordeten Demonstranten


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