"Das alte Regime kann mit seinem Geld den Reformprozess lähmen“

Politik | aus FALTER 09/14 vom 26.02.2014

:: Mykola Riabchuk, 60, ist einer der wichtigsten politischen Kommentatoren der Ukraine. Der Schriftsteller und Journalist lebt derzeit in Wien, wo er am Institut für die Wissenschaften vom Menschen forscht. Zuletzt erschien sein Buch "Gleichschaltung. Authoritarian Consolidation in Ukraine“.

Falter: Herr Riabchuk, wenn Sie hier in Wien die Bilder vom Maidan Revue passieren lassen, was empfinden Sie? Trauer? Wut? Freude?

Mykola Riabchuk: Es sind gemischte Gefühle. Es ist entsetzlich zu sehen, mit welcher Präzision Scharfschützen Menschen ermordet haben. 100 Tote in nur wenigen Stunden - das gab es in der Ukraine noch nie. Weder 1991 noch bei der Orangen Revolution.

Hat das zur Flucht und Absetzung des ukrainischen Präsidenten geführt?

Riabchuk: Die Machthaber haben gesehen, wie die Demonstranten trotz der Schüsse den Platz nicht geräumt haben. Spät, aber doch hat auch die EU angekündigt, die Vermögen der Mächtigen einzufrieren. Viele Getreuen hatten Angst, für die Todesschüssen


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