Politisches Buch

Im Humus der Manipulation: das Leben Gavrilo Princips

Politik | Rezension: Norbert Mappes-Niediek | aus FALTER 09/14 vom 26.02.2014

Der Journalist Gregor Mayer liefert mit seiner Biografie des Thronfolger-Mörders ein lesenswertes Buch zum Gedenkjahr 2014

Über den Ersten Weltkrieg kann man kluge, dicke Bücher schreiben und dabei den Streit, der ihn ausgelöst hat, fast ganz beiseitelassen. So haben Historiker sich auch in 100 Jahren nicht darauf einigen können, ob das Attentat von Sarajevo nun eine heroische Befreiungstat oder ein feiger Mord war. Manche entledigen sich der Frage, indem sie den Täter, den 19-jährigen Gavrilo Princip, für "verwirrt“ oder zum "Opfer“ erklären.

Gregor Mayer aber ist Agenturjournalist und also gewöhnt, seine Themen auf den Punkt zu bringen. Er stellt Princip und seine jugendlichen Mitverschwörer in den Mittelpunkt und entfaltet aus ihren Biografien die Vor- und die Nachgeschichte des Krieges. Das Verfahren hat sich bewährt: Der historisch Interessierte erhält mit dem schmalen, klugen, analytisch scharfen Büchlein mehr Aufklärung als durch so manchen dicken Wälzer.

Gavrilo


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