Mediaforschung  Verführungskolumne

Elektroschock via Inserat: Für welche Waffe darf man werben?

Medien | aus FALTER 09/14 vom 26.02.2014

So günstig kommen Sie so bald nicht mehr zum Tasern: Der 500.000-Volt-Elektroschocker kostet jetzt statt 89 bloß 79 Euro. Und für die Softies, die es gern sanfter mögen: Den Pfefferspray gibt’s ab 18 Euro, je nach Form und Größe. Spezialangebot im Winterschlussverkauf: die Baikal Coach Gun für die schweren Jungs: Kostet zwar 499 Euro, aber mit dem Schießeisen im Anschlag fühlt man sich gleich wie ein echter Cowboy. Und warum eigentlich kein Cowboy sein? Ist ja bald Faschingsdienstag. Blei, Blei!

Vor wenigen Tagen schaltete der Waffenhändler Joh. Springer’s Erben, der das edle Wappen k.u.k. Hoflieferant im Logo trägt, ein Inserat in einer Tageszeitung. Waffenwerbung!? Ist das überhaupt erlaubt? Waffen sind doch die bösen Dinger, die Menschen verletzen und töten, nicht? Markus Deutsch, Fachverbandschef für Werbung in der Wirtschaftskammer, erklärt die Gesetzeslage: "Grundsätzlich ist in Österreich die Bewerbung von jenen Waffen zulässig, die legal erhältlich sind.“ Das heißt: Für ein Jagdgewehr darf geworben werden. Für eine Pumpgun hingegen nicht.

Aber auch der Experte zeigt sich überrascht. "Ich habe schon lang keine Waffenwerbung mehr in Zeitungen gesehen. Die sieht man eigentlich eher in Spezialzeitungen, etwa für die Jagd“, sagt Deutsch.

So ganz daneben lag der traditionsreiche Waffenhändler dann doch nicht, denn die Annonce erschien im Gratis-Druckwerk Österreich.

Und das ist schließlich weithin als Revolverblatt bekannt.

Benedikt Narodoslawsky


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