"Dem naiven Entschleunigungsdenken muss man etwas entgegensetzen“


Interview: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 09/14 vom 26.02.2014

:: Armen Avanessian, 40, studierte in Wien und Paris Philosophie, unter anderem bei Jacques Rancière. Seit 2007 arbeitet er in Berlin als Literaturwissenschaftler und hat derzeit eine Professur an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg. Avanessian ist Herausgeber der im Merve Verlag erscheinenden Reihe "Spekulationen“, wo unter anderem das Manifest für eine akzelerationistische Politik publiziert wurde. Im Sommersemester 2014 ist Avanessian Gastprofessor an der Wiener Akademie der bildenden Künste.

Falter: Was hat Sie am Manifest des Akzelerationismus interessiert?

Armen Avanessian: Dass es ausnahmsweise nicht von einem 80-jährigen französischen Philosophen verfasst wurde und wie schnell es in so viele Sprachen übersetzt wurde. Und natürlich die These, dass es eines radikalen Umdenkens in der Linken bedarf.

Warum eigentlich?

Avanessian: Es gibt den bequemen Konsens, dass der Kapitalismus an allem schuld ist. Aber die über sozialdemokratische Parteien und Gewerkschaften organisierte

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