Der Fluch der Schönheit

Feuilleton | Begegnung: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 09/14 vom 26.02.2014

Anna F., vormals das Mädchen mit der Gitarre aus der Fernsehwerbung, ist erwachsen geworden

Schönheit sei nicht messbar, heißt es, sie liege im Auge des Betrachters. Und doch existiert so etwas wie absolute Schönheit. Um das zu erkennen, genügt es, eine Stunde an der Seite von Anna F. zu verbringen, mit ihr ein paar Meter durch die Schleifmühlgasse zu gehen und das am späten Nachmittag noch eher leere Café Anzengruber zu betreten, um sie zu ihrem neuen Album "King in the Mirror“ zu befragen.

Umgehend verändert sich die Atmosphäre im Raum, die ganze Aufmerksamkeit ist auf die Musikerin gerichtet, ohne dass sie dafür etwas tun muss. Der Kellner - wo ist er nur so plötzlich hergekommen? - befindet sich sofort am Tisch. Klar kann er ihr Handy aufladen. Er würde vermutlich auch ohne zu zögern sein jetziges Leben zurücklassen und mit ihr ziehen, forderte sie ihn nur dazu auf.

Wahrscheinlich ergeht es ihr überall so. Anna F. kann es sich leisten, ein wenig chaotisch und zerstreut


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