Buch der Stunde

Rubens hat da so einiges auf dem Kerbholz

Feuilleton | aus FALTER 09/14 vom 26.02.2014

Der irische Romancier John Banville wird seit einiger Zeit als seriöser Kandidat für den Nobelpreis gehandelt, und sein jüngstes Opus zeigt erneut, dass es dafür gute Geründe gibt. "Im Lichte der Vergangenheit“ ist ein anspielungsreicher, motivisch fein verästelter Roman, der freilich ganz umstandslos zur Sache kommt: "Billy Gray war mein bester Freund, und seine Mutter war meine erste Liebe.“ Fast ein halbes Jahrhundert ist inzwischen verstrichen, als sich der Schauspieler Alexander Cleave (Banville-Leser kennen ihn bereits aus "Sonnenfinsternis“) an die Affäre erinnert, die er als 15-Jähriger mit der um 20 Jahre älteren Mrs. Gray hatte.

Dass die Zeit und die Erinnerung "ein pingeliges Team von Innenausstattern“ sind, die ständig die Möbel umstellen, weiß der Roman selbst ganz genau. Die Begegnung der beiden mag sich also so, so ähnlich oder auch ganz anders abgespielt haben. Egal, denn wie das erotische Erwachen eines unerfahrenen und altersbedingt egozentrischen jungen


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