Nüchtern betrachtet 

Im Aquarium brennt noch Licht

Feuilleton | aus FALTER 09/14 vom 26.02.2014

Am Fensterbrett dürsten ein paar Pelargonien und Primeln vor sich hin, im Aquarium dreht ein letzter Neonfisch einsame seine Runden. Weil ich nicht als Ichthyoeugeniker gelten möchte, habe ich beschlossen, ihn durchzufüttern (statt ihn dem Porzellanexpress zu überantworten) und ihm auch noch regelmäßig seine biologisch längst gekippte und komplett zugealgte Bude zu reinigen. An sich ist das der Job der Krebse, aber die haben sich auch schon längst in den Krebsenhimmel vertschüsst. Dass in einem solchen Gute-Laune-Ambiente das Bettzeug leicht nach Depression und präseniler Bettflucht müffelt, wird niemanden wundern. Wenn ich gegen sechs Uhr erwache, gebe ich kleine, selbstmitleidige Geräusche von mir, die den angestrebten Zweck erfüllen: Meine Frau macht kleine, tröstliche Geräusche und wird später Milch holen gehen, um das 2-Komponenten-Frühstück zu komplettieren: Tee mit Milch.

Natürlich weiß ich, dass das gemeinsame Auslöffeln des am Vorabend mit glücklichen Vollkornflocken


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige