Krapfen, Schweine & Tutus: der Opernball von innen

Stadtleben | Erfahrungsbericht: Karl Hohenlohe | aus FALTER 09/14 vom 26.02.2014

Seit 15 Jahren sitzt unser Autor in einem Kämmerchen in der Wiener Staatsoper, wenn um ihn herum der Ball der Bälle stattfindet - er ist Opernball-Spezialist

Es gibt Spezialisten für Nierensteine, Finanztransaktionen, Solargerätschaften und den Opernball. Ich bin Letzterem zuzuordnen. Nicht selten frage ich mich, ob man es geschafft hat, wenn man in Österreich als Opernball-Spezialist geführt wird, oder ob man, vielmehr, nicht immer noch am Anfang steht.

Der Opernball gehört ja gemeinhin zu den unwichtigsten Ereignissen überhaupt, aber die Menschen sehnen sich nach unwesentlichen Dingen, die wenige Gefahren in sich bergen und sich der Veränderung verschließen. Ich firmiere also als weltweit gefeierte Koryphäe einer unerheblichen Sensation, ich bin nicht Adabei, sondern Nebenbei, aber ich bin glücklich.

Man muss sich das einmal vorstellen, man sitzt in einem Frack in einem kleinen Kämmerchen und 1,6 Millionen Österreicherinnen und Österreicher sehen und hören einem zu. Das ist


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