Famos, die Sooß vom Hummer

Stadtleben | Gerichtsgedicht: Werner Meisinger | aus FALTER 09/14 vom 26.02.2014

Unser Autor hat es wieder getan: noch ein Gericht in gereimter Form - mit Krustentier

Nicht nur im Altweibersummer schmeckt famos die Sooß vom Hummer: Liebe Leser, mit unseren gereimten Titeln in der von ihm "Kochdilettantenkasten“ bezeichneten Rubrik "Basics“ (Seite 40) haben wir Meisingers poetische Ader angestochen. Hier das neueste Werk unseres Küchendichters.

Selten ist ein solcher Hummer,

drum macht sein Einkauf großen Kummer,

was wir beim Titel noch nicht wussten;

also nehmen wir Langusten.

Deren Schwanz sei nun befreit

von dem spröden Krustenkleid,

qua Kraft von des Geflügels Schere,

der Länge nach und nicht der Quere.

Knickeriknack gehackt zu Fuzzel,

ante Olivenölgebruzzel,

gibt mächtig mehr Geschmack der Panzer

als geschmurgelt alser Ganzer.

Das Fleisch der krummen Krebsentiere

trenne in der Teile viere

oder sechse oder acht,

in den Kühlschrank, gute Nacht.

Dem Topf wird Hafenduft entschweben,

nun sei vom Mark hinzugegeben

aus des Paradeisbaums Beere,

rühren - im Kreise, nicht der Quere!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige