Menschen

Unpunkbar

Falters Zoo | aus FALTER 09/14 vom 26.02.2014

Viele mögen ja die US-Fernsehserie "House of Cards“. Manche schauen sie sich auch im Fernsehen an; Sky bringt die Polit-Story auf Deutsch und machte zum Start der zweiten Staffel jetzt ein Fest - sehr passend in einem mit Kongresssesseln vollgestellten Seminarraum im Marriott Hotel, mit Fans in Abendrobe und Ehrengästen wie "House of Cards“-Fan Manuel Rubey oder Hans Krankl. Vor dem Staffelstart, bei Drinks und Häppchen, holte Sky-Mann Thomas Trukesitz den Medienexperten und Twitterprinzen Yussi Pick auf die Bühne und befragte ihn zu Parallelen im Wahlkampfspektakel zwischen Österreich und den USA sowie seinen Erfahrungen als Politberater. Und zum Start der dritten Staffel wünschen wir uns dann "House of Cards“-Hauptdarsteller Kevin Spacey auf die Bühne.

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Also: Pia Douwes sieht in der Musicalversion von Dürrenmatts "Besuch der alten Dame“ aus wie eine Mischung aus Madonna und Lady Gaga, zusammen mit ihrem Bühnenkollegen Uwe Kröger (er spielt den alten Herrn) hat Wiens Musicalszene endlich wieder ein "Traumpaar“ und dem Publikum schien es bei der Premiere vergangene Woche im Ronacher tatsächlich gefallen zu haben (wie es unserem Kritiker gefallen hat, können Sie in der Falter:Woche nachlesen). Wenn auch, bei so Premieren durchaus üblich, vor allem Promis erst in die Hände klatschen, wenn die Fernsehkameras auf sie gerichtet sind. Auch eine interessante Premierenbeobachtung: Bühnenkinder bekommen keine Blumen wie die Solistinnen und Solisten. Kinder bekommen beim Schlussapplaus Einkaufssackerln mit dem Logo der Vereinigten Bühnen drauf. Ronacher-Direktor Christian Struppeck, immerhin verantwortlich für die Vermusicalisierung des Theaterstückes, bekam allerdings weder Blumen noch Sackerl. Möglicherweise ja aus Spargründen.

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Nina Hagen, Lieblingssängerin, konnte aus gesundheitlichen Gründen beim diesjährigen Ball der Kaffeesieder nicht, wie angekündigt, den Stargast machen. Was einerseits natürlich schade ist, andererseits vielleicht auch ganz gut. Von wegen Godmother of Punk und so. Die 5500 Gäste von Oberkaffeesieder und Ballvater Maximilian Platzer amüsierten sich in der Hofburg ohnehin auch so, freuten sich über die eher unpunkige Darbietung von Kammersängerin Dagmar Schellenberger und tanzten bei Quadrille brav nach der Pfeife von Hundebesitzer und Benimm-Institution Thomas Schäfer-Elmayer. Und wer sich gewundert hat, weshalb der verregnete Heldenplatz am Freitag gar so bunt angestrahlt war: Das lag an Victoria Coeln. Die Lichtkünstlerin machte bereits das Konzerthaus und den Stephansdom bunt, jetzt also das Entrée zum Kaffeesiederball. Allerdings sollte man dann keine Fahnen direkt vor die Scheinwerfer hängen; nur so als kleiner Kritikpunkt.

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Apropos Bälle: Die Ballsaison geht ins Finale und der wichtigste Ball von überhaupt (nein, nicht der Opernball!) ist der Flüchtlingsball, der diesen Freitag zum 20. Mal fürs Integrationshaus und im Wiener Rathaus stattfindet. Dass Integrationshaus-Mitgründer und -aktivist Willi Resetarits dort live auf der Bühne stehen wird, ist selbstverständlich - neben zahlreichen anderen Künstlerinnen und Künstlern wie Didier Uwayo, Living Transit oder Maya Solotaya, um nur ein paar zu nennen. Beginn ist um 21 Uhr und es gibt nur noch wenige Restkarten.

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Kommt Kim? Die Rede ist von Kim Kardashian, Richard Lugners diesjährigem Opernballgast. Nachdem alles wieder fürchterlich kompliziert war, beschäftigte den Baumeister zu Wochenbeginn nur noch die Frage, ob Frau Kardashian ein Ballkleid haben wird. Lugner: "Bei uns hat sich noch niemand wegen eines Kleides gemeldet.“

christopher wurmdobler


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