Film Neu im Kino

Den Vesuv nicht wert: Pulp & Pomp in "Pompeji 3D"

Lexikon | DR. ROBNIK | aus FALTER 09/14 vom 26.02.2014

Die Heldin fragt: "Das nennt ihr Sport?" "Nein, das ist Politik!", sagt der Autokrat. Athletik wird zum Tanz auf dem Vulkan; die Natur fordert ihren Tribut. Geht es da um Putins Imperiolympiade?

Nein. Das Reich ist Rom, die Spiele sind gladiatorische, die Stadt am Meer heißt, wie dieses Katastrophendrama, "Pompeji" - Zusatz "3D", wohl zwecks des Reimes; des Aussehens wegen kann es nicht sein. Paul W. S. Anderson (dessen "Resident Evil 6" besser werden wird) inszeniert Emily Browning, die einst hippen Carrie-Anne Moss und Kiefer Sutherland sowie Rußflankerl, Wurfaxt und Hangrutsch in Digitalpanoramen mit kleinbürgerlichem Flair. Ein paar finale Vesuvverwüstungen kommen gut, und weil Trauma immer und Sklavenbefreiung neuerdings zieht, gibt's davon auch irgendwas. Ansonsten Bersten, Bröckeln, Dögeln.

Und die in Vulkanasche verewigten Körper? Die gab's schon mal in einem Film: Als Pompeji-Touristin Ingrid Bergman 1954 vor diesen Lavakonserven hinfälligen Lebens erbebte, standen sie für eine Filmethik der Demut unter dem Titel "Viaggio in Italia" 2014 stehen sie für eine Filmhektik der Dämlichkeit unter dem Motto "Watschen in Italia".

Ab Fr in den Kinos (OF 3D im Artis)


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