Ausstellung Kritik

Auf dem Rücken des hölzernen Einhorns

Lexikon | NS | aus FALTER 09/14 vom 26.02.2014

Endlich sehen die Buddhas mal wieder Tageslicht. Das Mak hat seine Schausammlung Asien vom Keller ins Erdgeschoß geholt und für die Neugestaltung den Künstler Tadashi Kawamata eingeladen. Der japanische Bildhauer ist vor allem für seine Großskulpturen im Stadtraum bekannt geworden, die aus einfachen Brettern gebaut sind und nur eine gewisse Zeit lang bestehen. Ob temporäre Brücken, Baumhäuser oder "Favela"-Dörfer, Kawamata erzeugt starke Eindrücke und auch seine Ausstellungsarchitektur im Mak - seine erste derartige Arbeit für ein Museum -ist ein Treffer ins Schwarze.

Die Präsentation sollte "locker, offen und leicht" sein und Distanz reduzieren, erklärte der Künstler zu seiner auf den ersten Blick grob zusammengezimmerten Vitrinenlandschaft, deren Ästhetik einen Kontrast zu den fragilen Kostbarkeiten darin bildet, wie Schalen aus der Quing-Dynastie oder japanischen Vasen. Zwei chinesische Löwenfiguren wachen am Beginn des gerüstartigen Displays, das durch seinen modulartigen Aufbau auch leicht veränderbar ist. Für Buddhafiguren, die einst in Felsnischen standen, hat Kawamata einfach Löcher in die Ziegelwände geschlagen. Ein großer vergoldeter Buddha ruht nun auf einem niedrigen Plateau aus Brettern. "Unserer Erfahrung nach berühren Besucher solche Figuren nicht", gibt sich Sammlungsleiter Johannes Wieninger, der eine Low-Tech-Präsentation wollte, gelassen.

Rund 200 Exponate aus der 25.000 Teile umfassenden Mak-Sammlung werden gezeigt, darunter großartige Stücke wie das Einhorn aus Holz, das während der Han Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.) als Grabbeigabe diente. Ungewöhnlich: Die Herkunft der Objekte wurde handschriftlich mit schwarzem Marker auf den Vitrinenscheiben vermerkt. Für ausführlichere Infos muss man aber leider zum Begleitheft oder zum Audioguide greifen.

Mak, permanent


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