Glosse Kulturkorruption

Wird Elfriede Jelinek zum Edward Snowden des Literaturbetriebs?

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 10/14 vom 05.03.2014

Dass Elfriede Jelinek ein literarisches Schwergewicht ist, weiß man, galt bislang aber auch als Metapher. In einem Interview auf www.fiktion.cc verriet die Autorin nun, dass auch teure Füllfedern dem Gewicht ihrer schweren Schreibhand nicht standhalten, weswegen sie Tastaturen bevorzugt. Das ist aber nicht das brisanteste Detail aus besagtem Interview, in dem Jelinek ihren publizistischen Rückzug ins Netz damit begründet hat, dass sie den deutschsprachigen Literaturbetrieb für "extrem korrupt und nepotistisch“ halte. Das glauben wir sofort, sind jetzt aber natürlich auf konkrete Details erpicht. Sollte die Autorin auf ihrer Homepage nicht nur ihre jüngsten Werke, sondern auch ein "Jeli-Leak of the Week“ publizieren, würde das die Zugriffsrate sicher in die Höhe treiben und ihr eine ganz neue Leserschaft erschließen. F


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