Kommentar Ethik

Blackfacing auf dem Opernball: Lugner ist schlimmer!

Falter & Meinung | Matthias Dusini | aus FALTER 10/14 vom 05.03.2014

Auf dem Opernball war heuer nicht viel los. Mit Müh und Not erzeugte der Wiener Shoppingmall-Betreiber Richard Lugner den intendierten PR-Wirbel, indem er das US-It-Girl Kim Kardashian für seine Loge buchte.

Das war die Stunde des Kabarettisten Chris Stephan, der für Puls 4 als Society-Reporter tätig ist. Stephan besuchte den Ball mit weißem Frack und Goldkette und wollte so Kardashians Lebensgefährten, den HipHop-Star Kanye West, imitieren. Damit Kardashian den Spaß auch wirklich versteht, malte sich Stephan sein Gesicht schwarz an.

Dreimal kurz gelacht. Das sogenannte Blackfacing hat in den USA eine eindeutig rassistische Konnotation. Die Darsteller in Varietés malten sich im 19. Jahrhundert das Gesicht an, um Schwarze zu persiflieren. Ist der Kabarettist aber deswegen auch gleich schon ein Rassist?

Die Aktion geschah in einer karnevalesken Umgebung, und der Fasching ist traditionellerweise die Gelegenheit, um in fremde Rollen zu schlüpfen. Laszive Managerinnen verkleiden sich als


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