Wieder gelesen  Bücher, entstaubt

Politisches Buch | aus FALTER 10/14 vom 05.03.2014

Entwicklungshilfe, nein danke!

Gut ist manchmal das Gegenteil von gut gemeint. Und bei der staatlichen Entwicklungshilfe ist noch nicht einmal klar, ob sie wirklich gut gemeint ist oder die Länder, über die sie ausgeschüttet wird, nur in Abhängigkeit halten soll. Schluss damit, meinte Dambisa Moyo in "Dead Aid“, für das sie vom Time Magazine unter die 100 einflussreichsten Personen der Welt des Jahres 2009 gewählt wurde.

Die in Sambia geborene Ökonomin kritisiert darin die "Kultur des Beistands“, die von der Popkultur zu einem Teil der Unterhaltungsindustrie gemacht wurde, von Spendendinners bis zu Konzerten. Die Vorstellung, Entwicklungshilfe könne systemische Armut mindern, wird von ihr als Mythos entlarvt. "Entwicklungshilfe hat dazu beigetragen, dass die Armen noch ärmer wurden. (…) Sie ist nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Sie ist das Problem.“ Trotz solch drastischer Formulierungen ist die Botschaft des Bestsellers nicht im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen.

Kirstin Breitenfellner

Dambisa Moyo: Dead Aid. Warum Entwicklungshilfe nicht funktioniert und was Afrika besser machen kann. Haffmans & Tolkemit, 2011, 236 S., € 15,40


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