Freihoppelndes Feldhäschen

Feuilleton | Reportage: Nicole Scheyerer | aus FALTER 10/14 vom 05.03.2014

Nur noch knapp zwei Wochen muss Dürers Feldhase im Tiefspeicher der Albertina ausharren, bevor er endlich wieder einmal ins Freie darf

Der Hase wohnt nicht im Tresor. Albrecht Dürers Meisterwerk schützen auch keine Panzertüren. Die kleine Schar von Journalisten, die Direktor Klaus Albrecht Schröder in den Tiefspeicher der Albertina hinabführt, begleiten zwei Albertina-Mitarbeiter ohne Waffen und Muskelpakete. Sie zücken Magnetkarten, treten zu zweit an die Sicherheitsschleuse und werden via Videokamera zum Betreten autorisiert. Nach zwei weiteren solcher Schleusen erreicht man das händisch verwaltete Depot.

Dürers "Feldhase“ von 1502 war zehn Jahre lang nicht ausgestellt und kommt nun in der Schau "Die Gründung der Albertina“ wieder ans Licht. Schröder tritt an einen Kasten und holt das Bild aus einer Spezialbox. "Ab 1918 gehörte der Hase zur, Diplomatenmischung‘, die laufend Staatsgästen präsentiert wurde“, erzählt er von früher, als das Blatt noch nicht gerahmt war.


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