Pornoputti auf Büttenpapier

Feuilleton | Abwägung: Matthias Dusini | aus FALTER 10/14 vom 05.03.2014

Zwei Malerhelden der 80er, Eric Fischl und Siegfried Anzinger, werden in Wien geehrt. Wer ist der bessere?

Der österreichische Künstler Siegfried Anzinger, 61, und sein US-Kollege Eric Fischl, 66, hatten ihre Glanzzeit in den 1980er-Jahren. Eric Fischl wurde am Anfang des Jahrzehnts mit Bildern bekannt, die unheimliche Szenen aus dem Leben der amerikanischen Mittelschicht darstellen. "Bad Boy“ (1981) zeigte eine nackte, auf dem Bett liegende Frau in einem abgedunkelten Zimmer, vor ihr ein Bub, der eine Geldbörse entwendete.

Anzinger hatte ebenfalls in jungen Jahren Erfolg. Seine spontane, farbenfrohe Malweise wurde dem Neoexpressionismus zugeordnet, der damals die sozialkritischen Kunstrichtungen der 1970er-Jahre ablöste. "Der Geschlitzte“ (1984) ist ein Mix dick aufgetragener Farben. Der Künstler zerschnitt die Leinwand mit einem Messer, eine Hommage an die zerstörerischen Gesten der Avantgarde.

Nun werden die Eighties-Opis in Wien mit Ausstellungen geehrt. Eric Fischl präsentiert


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