Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 10/14 vom 05.03.2014

Pop

Beck:

Morning Phase

Beck Hansen ist ein Meister darin, Erwartungen zu enttäuschen. Nach dem 2013 veröffentlichten 15-Minuten-Song "I Won’t Be Long“ lagen neue Spielereien des postmodernen Meisters in der Luft, vielleicht gar in der Manier von "Odelay“. Geworden ist es eine leise, harmoniesüchtige Meditation über die morgendlichen Stunden. "Ätherisch“ wäre noch so ein Wort dafür: Die Musik ist ohne Zweifel toll produziert, die Songs rauschen aber arg höhepunktlos durch. Eine Platte, zu der man sich nochmal umdrehen kann. (Capitol) sf

Pop

Die Heiterkeit: Monterey

Die Pferde auf dem fotorealistischen Covergemälde verbreiten keine Mädchenzimmeridylle, sondern tiefe Melancholie. Wie passend. Die Heiterkeit aus Hamburg ist zwar eine Mädchenband, Mädchenmusik macht sie aber auch auf ihrem zweiten Album keine. Der Gesang ist weit mehr Nico als Nena, die Musik stoischer Schrammelpop mit viel Grandezza, Lakonie und leichter Schmolllippigkeit. Dazu kunstvolle, eigenartig-schöne Texte, deren spezieller Reiz in seltsamer Distanziertheit liegt. Großartig! (Staatsakt) gs

Jazz

Torun Eriksen: Visits

Was haben "Sign o’ the Times“ von Prince, Randy Newmans "Feels Like Home“ und Pink Floyds "Wish You Were Here“ gemeinsam? Sie zählen zu den Lieblingssongs der Norwegerin Torun Eriksen. Begleitet von einem Trio, das - sieht man vom Fuhrpark des Keyboarders (Grand Piano, Prophet 5, Clavinet D6 …) ab - nachgerade minimalistisch agiert, liefert die stets glasklar artikulierende Sängerin zehn ätherisch, mitunter fast esoterisch anmutende, sozusagen gefriergetrocknete Coverversionen ab. Hat was! (Jazzland) KN


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