Die Schnarchstaatsoper am Wiener Ring

Feuilleton | Kritik: Sven Hartberger | aus FALTER 10/14 vom 05.03.2014

Die Staatsoper ist in die absolute künstlerische Bedeutungslosigkeit versunken

Begonnen hat die Misere am 29. März 1992 mit dem plötzlichen Tod Eberhard Wächters, des bis dato letzten künstlerischen Leiters der Wiener Staatsoper. Im Gegensatz zu dem Bild vom lederhosenbewehrten Baron und k.u.k. Kammersänger, war Wächter ein Mann mit künstlerischem Gewissen, Wissen und Wollen. Sein Plan, dem großen Opernschaffen der Gegenwart an Österreichs erster Musiktheaterbühne breiten Raum zu geben, wurde durch die Politik zunichte gemacht, die nach Wächters Tod entschied, dass die Wiener Staatsoper eines künstlerischen Leiters nicht bedürfe.

Die Position wurde nicht neu ausgeschrieben und der amtierende Verwaltungsdirektor Ioan Holender, mit der Führung der Geschäfte betraut. Seit damals wird die Staatsoper von Hausverwaltern administriert, die niemand nach ihrem künstlerischen Konzept fragt und deren einzige Aufgabe darin besteht, für ausverkaufte Vorstellungen (wovon auch immer) zu


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