Nüchtern betrachtet 

Ich spiele ein Solo auf einem Sax aus Wurst

Feuilleton | aus FALTER 10/14 vom 05.03.2014

Zu den Klassikern unter den "Dingen, die einen echt niederziehen können“, zählt neben Tod und Verdammnis, Siechtum, Zahnschmerz und Spindelegger im Radio auch echte Einsamkeit. Alleinsein hingegen kann köstlich sein. Bei einem Wirten am Alsergrund oder in einem Pub in Bayswater ein Getränk zu verzehren und zu wissen, dass niemand weiß, wo man sich gerade befindet, ist ein Vergnügen, von dem Menschen, die Paranoia kriegen, wenn sie eine halbe Stunde offline sind, keine Ahnung haben. Schön ist es auch, die Wohnung ganz für sich allein und kein Programm zu haben. Fenster der Möglichkeiten eröffnen Ausblicke auf Horizonte der Eventualitäten. Man muss allerdings zügig eines davon aufstoßen, andernfalls man garantiert in der Wüste des Nichtrealisierten endet.

Sich einen Gin Tonic einzuschenken, sobald man in die Küche kommt, ist nie ganz falsch, das hebt die Verwirklichungsfreudigkeit. Besser schon einmal ein wenig Schwung antrinken, Schwung, den man gut brauchen kann für ein


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