Stadtrand Urbanismuskolumne

Bitte mehr Schutzwegeschutz

Stadtleben | aus FALTER 10/14 vom 05.03.2014

Die meisten Menschen in dieser Stadt sind irgendwann Fußgänger - selbst wenn sie nur von der gestretchten Limousine auf den roten Teppich stöckeln. Oder vom Parkplatz zum Biosupermarkt. Umso erstaunlicher ist es, wie Autofahrerinnen und -fahrer mit Fußgängern umgehen. (Autos sind bedrohlicher, darum geht es diesmal nicht um Gehsteigradler.) Wer in Wien einen Zebrastreifen betritt, muss damit rechnen, einem Auto ausweichen zu müssen, dessen Lenker schnell noch vorbei will. Wer nicht bei drei von der Straße ist, wird gnadenlos weggehupt, und die Regel, dass Fußgänger beim Straßeüberqueren Vorrang vor Rechts- oder Linksabbiegern haben, ist sowieso weitgehend unbekannt.

Wie soll das anspruchsvolle Konzept einer Begegnungszone funktionieren, wenn die meisten Leute zu blöd sind, die simpelsten Verkehrsregeln zu beachten? Auf dem Schutzweg Fußgänger behindern kann bis zu 726 Euro Strafe kosten; sie zu gefährden über 2000! Schutzwegeschutz - das wäre doch ein hübsches Projekt für die Fußgängerinnenbeauftragte der Stadt Wien. F


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