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Falters Zoo | aus FALTER 10/14 vom 05.03.2014

Wir haben Angelika Niedetzky als die lustigste Frau von Wien bezeichnet. Zu Recht. Nun hat die Entertainerin mit "Niedetzky-Marsch“ ein neues Kabarettprogramm am Start, das vergangene Woche im Stadtsaal Premiere hatte und in dem es darum geht, dass das Leben kein Wunschkonzert ist oder so. Der lustigste Mann von Berlin gastiert übrigens diese Woche im Wiener Stadtsaal. Wobei eigentlich eher Attribute wie "launisch“ oder "mürrisch“ auf Kurt Krömer zutreffen. Krömer kennt man als Gastgeber einer sehr launischen und mürrischen Late-Night-Show im deutschen Fernsehen. Was der Mann bei seiner mit "Abschied!“ betitelten Tournee im Gepäck hat, kann man sich so vorstellen: lauter Unverschämtheiten. Das ist erstaunlicherweise wahnsinnig witzig. Donnerstag und Freitag, Mariahilfer Straße 81.

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Der schönste Ball der letzten Woche fand - nein, nicht in der Staatsoper! - im Wiener Rathaus statt, wo das Integrationshaus zum 20. Mal den "Flüchtlingsball“ veranstaltete, eine richtig große Sause für den richtig guten Zweck, mit guter Musik, guten Reden und wunderbar unprätentiösen Ballgästen. Dass man den lockersten Ball der Stadt durchaus auch in eleganter Abendkleidung besuchen kann, wird vielleicht einige überraschen. Dass man aber auch im Trainingsanzug willkommen ist, zeigt die Einstellung der Leute. Und dass man beim "Flüchtlingsball“ tendenziell eher die Guten trifft, ist ebenso einleuchtend wie das Moderatorenpaar Mirjam Unger und Gerald Votava oder die musikalische Begleitung. Dabei stand beileibe nicht nur I-Haus-Co-Gründer Willi Resetarits auf einer der vielen Bühnen! Vize-Bürgermeisterin Maria Vassilakou, Stadträtin Sandra Frauenberger und I-Haus-Chefin Andrea Eraslan-Weninger betonten die Wichtigkeit der Arbeit für Flüchtlinge, gesehen wurden auch Schauspielerin Maria Hofstätter, Kabarettist Martin Puntigam und ein paar tausend mehr.

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Im schönen Mak-Vortragssaal erhielt der Medienkünstler und -theoretiker Peter Weibel aus der Hand von Kunstminister Josef Ostermayer den Oskar-Kokoschka-Preis - für sein künstlerisches Gesamtwerk (vor zwei Jahren bekam den 20.000-Euro-Preis Yoko Ono). Weibel sei immer "ein Troublemaker“ gewesen, befand Kunsttheoretiker Bazon Brock in seiner Laudatio. Und Leute, die Ärger machen, sind - zumindest in diesem Falle - etwas Positives.

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Zur Eröffnung des neuen DC Tower (siehe auch Seite 40) lud Bauherr Thomas Jakoubek zwei Männer ein, die sich mit Höhen auskennen: New Yorks Ex-Bürgermeister Rudolph Giuliani (der Herr der Skyscraper) und den Moonwalker Edwin "Buzz“ Aldrin. "Hochhäuser sind super“, sagte Giuliani, "weil man muss sie nicht lange suchen, um sie zu sehen.“ Ehrengast Aldrin vergaß nicht, die Schweizer Uhrenfirma zu erwähnen, die ihm bei der Mondlandung die genaue Zeitangabe ermöglichte. Braungebrannt und mit strahlend blauen Augen fiel der 84-jährige Weltraumsenior vor allem durch eine große Menge Goldringe und bunte Armreife auf. War am Ende damals ein Hippie an Bord von Apollo 11?

Matthias Dusini

Christopher Wurmdobler

E-Mail an den Zoo: zoo@falter.at


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