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Ich so, er so: die Rapper Casper und Marteria

Lexikon | GS | aus FALTER 10/14 vom 05.03.2014

Benjamin Griffey und Marten Laciny haben einiges gemeinsam. Sie arbeiten unter Pseudonym -der eine nennt sich Casper, der andere Marteria - und sind große Nummern in der Welt des deutschen Sprechgesangs. Beiden ist die Nachdenklichkeit bei prinzipiellem Zug nach vorne nicht ganz fremd, und beide wurden durch die Arbeit mit Kollegen auffällig, die mit Hip-Hop nichts zu tun haben. An diesem Punkt beginnen aber die Unterschiede. Während sich Casper vom Bombastpopper Get Well Soon beraten ließ, trat Marteria als Songtext-Co-Autor des Tote-Hosen-Erfolgsalbums "Ballast der Republik" in Erscheinung - Oberhose Campino revanchierte sich mit einem Auftritt auf "Zum Glück in die Zukunft II", dem neuen Album des Rappers. Marteria hat einen guten Schmäh und die angenehme Fähigkeit zur Selbstironie, während Casper, der sich die Stimme als Sänger einer Hardcoreband heiser brüllte, das Herz auf der Zunge trägt und Ironie für eine Schwäche hält. Marteria ist pointiert, Casper pathetisch; der eine sorgt für gute Laune, der andere für aufgerollte Zähennägel. Aber es gibt noch eine Gemeinsamkeit: Beide spielen diese Woche in Wien -und beide Konzerte sind ausverkauft.

Gasometer, Sa 20.00 (Casper) bzw. Arena, Di 20.00 (Marteria)


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