Film Neu im Kino

Kinder des Krieges: "Das große Heft"

Lexikon | MP | aus FALTER 10/14 vom 05.03.2014

Niemand hat einen Namen. Die ungarischen Zwillinge, die während des Kriegs zur Oma aufs Land kommen, werden von dieser nur als Hundesöhne bezeichnet. Die Alte wiederum von den Dorfbewohnern nur als Hexe, die ihren Mann umgebracht haben soll. Von ihrem Vater haben die Buben ein Heft bekommen, in das sie jeden Tag schreiben sollen; die Erinnerung an die Mutter verblasst. Auf die täglichen Schläge folgen stille Revolution und selbstauferlegte Abhärtung gegen die Unmenschlichkeit. Die ungarisch-österreichische Koproduktion "Das große Heft" nach dem Roman von Ágota Kristóf möchte zeigen, was der Krieg aus den Menschen macht und wie er Kinder zu kalten Mördern werden lässt. Ein Film, der dem deterministischen Ansatz von der Verrohung der Seele zuarbeitet und für den Kameramann Christian Berger gewohnt unterkühlte Bilder findet.

Ab Fr im Stadtkino im Künstlerhaus (OmU)


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