Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Staatsanwälte küsst man nicht" heißt ein Film mit Robert Redford. In TV-Krimis fällt auf, dass Staatsanwälte häufig Frauen sind und diese Staatsanwältinnen zudem noch starke erotische Ausstrahlung besitzen. So spielt die Schauspielerin Carolina Vera im Stuttgarter "Tatort" eine "Staatsanwältin mit Scharfsinn und Dekolletee", wie ein ARD-Werbetext formuliert. Und die Wienerin Edita Malovčić lässt sich als Staatsanwältin Hanna Lennerz im Hamburger "Tatort" von Kommissar Tschiller flachlegen (so sagt man doch auf dem Kiez?!).

Eine Erklärung: Die Drehbuchschreiber reagieren auf den hohen weiblichen Prozentsatz in den Gerichten. Die andere Interpretation: Die Anklägerin symbolisiert den Vormarsch der Frauen in männliche Domänen und das darauf projizierte erotische Spiel von Dominanz und Unterwerfung. Frau Lennerz liegt seit dem letzten "Tatort" mit zerschlagenem Gesicht im Krankenhaus. Sieht so die Rache des Patriarchats aus?


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