Zweiter Versuch: Ernst Strasser als Edward Snowden

Der ehemalige EU-Abgeordnete wagt im Bestechungsprozess die gleiche Verteidigungslinie. Die Richterin glaubt ihm nicht


Gerichtsreportage: Florian Klenk
Politik | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

In der Kantine kommen sie alle zusammen, die Sünder und ihre Richter. Hier, wo es nach Spezialtoast und Berner Würsteln riecht, wo Pülcher, Anwälte und Ankläger in Ruhe zu Mittag essen, ehe sie ihre Rollen und Roben überstreifen, versammelten sich vergangene Woche die einst Mächtigen dieses Landes.

Der ehemalige Telekom-General Heinz Sundt rührte sauer im Kantinenkaffee. Daneben beteuerte der aufgebrachte ÖBB-Boss Martin Huber bei einer Wurstsemmel wortreich seine Unschuld. Die beiden gefallenen Staatsmanager sitzen wegen mutmaßlich korrupter Millionendeals auf der Anklagebank. Zwei Stockwerke über Ernst Strasser, der im Schwurgericht um seine Freiheit kämpft.

Nun betritt der Strafverteidiger Thomas Kralik die Kantine. Er setzt sich ins Raucherkammerl zu den Gaunern und Journalisten. Kralik lächelt sauer. Es ist nicht so gut gelaufen an diesem ersten Prozessvormittag. Kralik spürt, dass sein Mandant, der ehemalige Innenminister und EU-Abgeordnete, nicht mit einem Freispruch

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