Menschen

Draisinenkuchen

Falters Zoo | Ingrid Brodnig, Christopher Wurmdobler | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Da sind wir aber schon gespannt: 78 Meter roten Teppich versprechen sie uns für die Romy-Gala Ende April. Die Romy ist, auch wenn immer alle sagen, das wäre Österreichs Oscar, höchstens Österreichs Bambi. Denn um die Teppich-Sause spannend zu machen, gibt es immer schon ein paar Wochen vorher einen Anlass, bei dem Romy-Erfinder Rudolf John die Nominierten präsentiert. Seltsamerweise hat man das Gefühl, dass den Fernsehpreis ohnehin seit 25 Jahren jedes Mal die ORF-Stars Armin Assinger, Christiane Hörbiger und Ingrid Thurnher bekommen. Dabei sind doch heuer auch Schauspielerinnen wie Hilde Dalik oder Ursula Strauss nominiert. Aber wie soll jemand wie Tom Schilling gewinnen, wenn das werte Publikum für Tobias Morett i voten kann? Lieblingsserienstar könnte Österreichs Ermittlerin und Clever-Frau Adele Neuhauser werden; Harald Krassnitzer sticht aber wohl seinen deutschen "Tatort"-Kollegen Wotan Wilke Möhring. Und wie gut stehen wohl die Chancen für "ZiB 1"-Anker und Faktenchecker Rainer Hazivar (Kategorie Information), wenn man heuer schon wieder Frau Thurnher wählen darf? Was uns wirklich freuen würde: Wenn "Shopping Queen" Guido Maria Kretschmer persönlich nach Wien käme, um seine Romy abzuholen. Von dem erwarten wir uns mindestens ein paar Bemerkungen dazu, in welchen Outfits die Prominenz antanzt.

Verrückt war naturgemäß das "verrückteste Draisinenrennen der Welt" vergangenen Sonntag bei bestem Wetter im Prater. Man konnte sich sozusagen die Draisinen aus den Buchen picken. Gewonnen bei der spaßigen, von Richard Wilhelm organisierten Veranstaltung hat das Team "Firefighters" vom Francisco Josephinum aus Wieselburg; auf Platz zwei landeten die "Trans Formers - Conquita und Wurst" aus der ÖBB-Lehrwerkstatt.

Schon klar, wir haben letzte Woche hier Kurt Krömer erwähnt und gezeigt (nackt), eigentlich sollte man da nicht gleich schon wieder den Berliner Unterhaltungskünstler ins Spiel bringen. Aber. Der Mann ist so lustig. Und er hat immerhin zwei Mal den Stadtsaal vollgemacht. Und er hat - weil er in Deutschland offenbar immer bei Bild anruft - live mit der Kronen Zeitung telefoniert. Das war allerdings weniger ergiebig als das Telefonat mit einer sehr freundlichen Dame von der Auslandsauskunft.

Auch nicht schlecht war, dass das Profil die Präsentation seines neuen Gourmetmagazins Profil isst! ausgerechnet auf den Aschermittwoch gelegt hatte. Aber vielleicht war das aus katholischer Sicht trotzdem in Ordnung. Denn zu essen gab es im Le Salzgries vor allem Insekten: Maden, Heuschrecken, Ameisen. Die Krabbeltiere schmecken gar nicht so schlecht, wobei speziell die Ameisen die Geister spalteten. "Die Ameisen haben so etwas Nussiges", befand Profil-Herausgeber Christian Rainer. Wir müssen jedoch leider Karl Hohenlohe, Herausgeber des Gault Millau Österreich, zustimmen, der meinte: "Die Ameise war das Grauslichste, was ich je in meinem Leben gegessen habe." Der Herr kennt sich aus! Aber gegen so ein paar knusprige Heuschrecken zum Naschen hätten wir auch in Zukunft nichts einzuwenden.

Kein Gruselessen, sondern etwas Gutes präsentierte Starkoch Manfred Buchinger vergangene Woche: ein eigens kreiertes Menü für das "Essen für die Gruft", eine Aktion der Caritas. Mah! Frühlingskräuter-Erdäpfel-Suppe mit Radieschen, Buchingers Knackwurstkrapferln auf gekochtem Krautsalat und Apfel im Schlafsack! Wer am 26. April in einem von 100 teilnehmenden Lokalen am Gruft-Tisch landet, beschert den kompletten Umsatz der Caritas. Gut.


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