Technik

Wir opfern unsere Daten für die Bequemlichkeit

Dinge, die uns brauchen

Medien | Prüfbericht: Thomas Vašek | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Überwachung liegt bekanntlich im Trend. Die Spähprogramme der NSA und "Big Data" sind das eine. Das andere ist die Selbstüberwachung des Nutzers. Das neue iPhone 5s bietet dazu ungeahnte Möglichkeiten. Es verfügt nämlich über einen speziellen Prozessor, der die Daten aus verschiedenen Bewegungssensoren auswertet. Und das wiederum erlaubt neue Anwendungen, die Aktivitäten des Nutzers buchstäblich auf Schritt und Tritt dokumentieren. Die App "Moves" etwa zählt schlicht und einfach Schritte und stellt die Bewegungsmuster chronologisch dar, zusammen mit Ort- und Zeitangaben.

"Argus" erlaubt es sogar, den gesamten Tagesablauf optisch zu dokumentieren und mit Schnappschüssen oder Wetterinfos zu verbinden. Noch umfassender kann man sich mit "Motion X 24/7" überwachen. Die App zeichnet nicht nur Bewegungen und Herzfrequenz auf, sondern sogar Schlafrhythmus und Schnarchgeräusche.

Vergleichsweise harmlos ist "Day One", ein schlichtes Tagebuch, in dem man auch Fotos posten kann. Mit der Besonderheit allerdings, dass die App auch die zwischen den Einträgen zurückgelegten Schritte dokumentiert. Was bislang fehlt, das sind Apps, die zusätzlich die eigenen E-Mails und das Surfverhalten analysieren. Es wäre doch gut, wenn man auch selber wüsste, ob man eventuell terrorverdächtig ist. Was wir brauchen, das ist Prism & Co als Smartphone-App!

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige