Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (155)

Stadtleben | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Frau W. möchte wissen, ob man sich in der Öffentlichkeit mit Toilettenpapier die Nase putzen darf.

Ist das Toilettenpapier, werte Frau W., sauber und nicht ein völlig abgenudelter Fetzen Papier, so spricht absolut nichts dagegen. Selbst wenn dem so wäre, so ist ein solch abgenudelter Fetzen allemal dem Hemdsärmel vorzuziehen. Ebenso dem ständigen Aufziehen. Wenig ist schlimmer als eine baumelnde Rotzglocke in aller Öffentlichkeit. So abgeschmuddelt kann das Stück Klopapier gar nicht sein, dass es Ihnen Ihr Umfeld nicht zumindest im Geiste danken wird. Und außerdem: Papier ist schließlich Papier. Bloß weil das eine aus mehreren Lagen besteht und großformatiger ist, ist es mitnichten besser. Noch ein echter Geheimtipp an dieser Stelle: das gute, alte Stofftaschentuch. Umwelt-, weil ressourcenfreundlich, reißfest, nasenschmeichlerisch wie auch gesellschaftlich einwandfrei.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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