Prost!

Ein Milch-Energy-Drink mit hohem Viskositätsfaktor

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Zotter Overdose

Stadtleben | MS | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Die Pappdose, die Zotter für seine neuen Trinkschokoladen "Overdose" verwendet, ist genial! Ökologisch betrachtet verschwendet sie - wenn man in "Fun and to go"-Kategorien denkt - wesentlich weniger Ressourcen als Plastik- oder Aluverpackungen.

Eine visuelle Überdosis bekommt man zunächst beim Anblick des schlanken Zylinders: fahrig wirkende Schriften, katathym anmutende Comicfiguren, oje.

Mit drei Sorten wagt sich Herr Zotter von der gleichnamigen Schokoladenmanufaktur nun auf den Markt. Das Überraschende zuerst: ein hoher Viskositätsfaktor! Es ist eine dickflüssige Milch-Schokolade-Masse, die sich da die Kehle abwärts bewegt. Mit so viel Johannisbrotkernmehl hat man fürwahr nicht gerechnet!

Aber dann die Unsicherheit im Marketing: Alle drei "coolen Drinks" werden mit dem "Superfood-Kick" angepriesen. Wer soll sich angesprochen fühlen? Gesundheitlich angeschlagene Ex-Energy-Drinker vielleicht, die nun dem Taurin abschwören und in Guarana und im "Chaga-Glückspilz" ihr Heil suchen? Oder doch diejenigen, die mit dem Kräutertee-Kick kein Auslangen mehr finden? Die Wirkungen des Chaga-Pilzes, ein parasitärer Pilz der Birke, hören sich dennoch vielversprechend an. Aber der ist nur in Overdose White enthalten, der für die lieblichen Typen entworfen wurde. Milk Chocolate ist mit der Zutat Rosenblüte auch etwas für die mit dem soften Gaumen. Favorit ist eindeutig Overdose Dark. Herb, so wie es sein soll, zu zähflüssig aber.


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