Unter Bullen

Ein Beisl im sichersten Winkel Wiens erwachte aus der Bedeutungslosigkeit


Lokalkritik: Florian Holzer
Lexikon der Getränke. Diese Woche: Zotter Overdose | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Es gibt da so eine Serviceleistung der Wirtschaftskammer, die sich "Nachfolgebörse" nennt. An die wenden sich Gastronomen, die in Pension gehen und ihr Lokal übergeben wollen, oder Jungwirte, die auf der Suche nach einem Lokal sind, in dem sie ohne größere Umbauten loslegen können. Ende vorigen Jahres meldete sich auch Florian Kovacic dort. Um nämlich nach Jahren des Kellnerierens, vor allem aber nach der brandbedingten Schließung eines früheren Lokalprojektes nach nur zwei Wochen ein eigenes Beisl zu machen; eines, das so ist, wie er sich das immer vorstellte.

Als man ihn in die untere Berggasse schickte, rechnete er nicht gerade mit einem Haupttreffer -Rossauer Kaserne und diverse Polizeischulen ums Eck, ein paar obskure Tranklerhütten rundherum, von der hübschen Saturiertheit des nahen Servitenviertels keine Spur. Und dann das Gasthaus "Zum Braunen Bären". Alt, braun, nicht übermäßig schön, aber funktionstüchtig, Stammgäste Ministerialbeamte und ein Kleinbahnverein.

Kovacic

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