"Wir greifen an! Es ist herrlich!"

Heldengejaule und verstummte Kritiker: wie Russlands Intelligenzija angesichts Wladimir Putins Machtpolitik versagt

Überblick: Erich Klein | Politik | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Wir greifen an! Wir haben seit 1945 nicht mehr angegriffen. Es war längst Zeit! In Moskau scheint die Sonne! Es ist herrlich! Auf der Krim werden schon die Grenzpfosten zum Maidan aufgestellt!" Der Schriftsteller Eduard Limonow nennt sein am vergangenen Sonntag veröffentlichtes Gejaule zum nicht erklärten Krim-Krieg eine "Sonntagspredigt".

Lange Zeit präsentierte sich der aus Charkow stammende Ex-Dissident und Ex-Emigrant als wortgewaltiger Sprecher der Parteienplattform "Das andere Russland". Der Verbund von weit links bis rechts reichenden Gruppen vereinigte ausschließlich radikale Putin-Kritiker.

Dass sich Limonow seit seiner Rückkehr nach Moskau in den frühen 1990er-Jahren für alles "Russische" wie den Schwarzmeerhafen oder die "unterdrückten" russischen Minderheiten in Lettland oder Estland ereiferte, wurde ihm lange Zeit als nationalistische Marotte nachgesehen. Erst als der deklarierte Linke mit einem Häufchen seiner jugendlichen Parteigänger, den "Natsboly" ("Nationalbolschewiken"),

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