Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Diese Ausgabe erinnert an den späten Marlon Brando: Sie geht in die Tiefe, aber auch ziemlich in die Breite. Nachdem die Sache mit der Mariahilfer Straße nun endlich entschieden ist (und die Jungen offenbar einmal den Arsch hochbekommen haben), können wir uns jetzt endlich auch einmal anderen Regionen zuwenden, zum Beispiel dem Meidlinger Markt, den Christopher Wurmdobler unter Hipnessverdacht gestellt hat (S. 42). Wie er das denn begründen wolle, fragte ihn leicht entgeistert der Feuilleton-Chef, der diesen damals hoch unhippen Flecken die gesamten 1990er-Jahre über unter Beobachtung hatte, wofür er von Armin Thurnher prompt als Gentrifizierungsverlierer verhöhnt wurde.

Thurnher hat leicht lachen, er lacht wie ein Punxsutawney Phil auf Ecstasy, denn Thurnher führt in dieser Ausgabe fraglos die Schrotflinte mit dem ärgsten Streukegel: Er seinesgleicht auf Seite fünf, rollt in den Medien einen Essayteppich aus (S. 23ff.), begleitet den Filmredakteur beim Interview mit dem Filmmacher (und Koch!) Peter Kubelka und rezensiert finalmente in der Buchbeilage schnell noch 13 Kochbücher ab. Apropos Punxsutawney Phil: Der hat am 2. Februar sechs weiter Wochen Winter prophezeit, wohingegen die meteorologische Langzeitstudie von Buchbeilagenbelletristikbereichbesorgerin Barbara Blaha (BBBBBBB) besagt, dass der erste Tag im Frühjahr, an dem man im Schanigarten sitzen kann, stets mit dem Redaktionsschluss der Buchbeilage zusammenfällt, was - einigen Mut oder günstigen Einstrahlwinkel vorausgesetzt - auch heuer wieder zutraf.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige