Stadtrand

Mahü und die Folgen: Ganz Wien kürzt ab

Urbanismuskolumne

Stadtleben | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Die Mahü ist die Mutter aller Abkürzungen. In Meidling nennen sie die dortige Hauptstraße offenbar schon länger Meihau. Und jetzt, wo die Sitzstrandsaison am Donaukanal wieder beginnt, kommt heraus: Lässige Urbanisten treffen sich am Doka. Das Parkleben findet im Stapa (Stadtpark), Voga (Volksgarten), Auga (Augarten), Buga (Burggarten) oder gleich im Schö-bru-schlo-ga (man ahnt es ) statt. Den Naschmarkt (Nama) rahmen Liwizei und Rewizei (Linke bzw. Rechte Wienzeile), ja selbst die Bewohnerinnen der Innenstadt geben sich mundfaul. Die Kärntnerstraße nennen sie Kästra, der Graben wird - vielleicht ein wenig übertrieben - zum Grabe und der elegante Kohlmarkt zum Koma.

Wichtige Verkehrsknotenpunkte wie das Jonas-Reindl (Jorei) oder der Praterstern (Praste) fallen drastischen Kürzungsmaßnahmen zum Opfer; Wiens Bahnhöfe heißen demnach Meiba, Frajoba, Weba, Wiemi und selbstverständlich Hauba. Hütteldorf ist Hüdo, Gumpendorf Gudo, den allerschönsten Kurznamen der Stadt allerdings hat die Seestadt Aspern: Seas!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige