Die Kunst der Imitation

Der Telekomkonzern Huawei symbolisiert das chinesische Wirtschaft swunder. Und seine Zentrale in Shenzhen den roten Kapitalismus

Lokalaugenschein: Matthias Dusini, China | Politik | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Ein mit Elektronikzubehör beladener Roboter biegt um die Ecke, statt eines Hupgeräusches ertönt der Radetzkymarsch. Das fahrerlose Gerät bremst und wartet, bis die Besucher zur Seite gegangen sind. "Zero defect standard" steht auf dem von der Decke hängenden Transparent.

Die Produktionsanlage im Industriepark Songshan See in der Nähe der Metropole Shenzhen ist das Prunkstück des Konzerns Huawei. Huawei entwickelt Technik für die Telekommunikation, etwa Server und Glasfaserkabel. Neuerdings ist das Unternehmen auch auf dem Markt für Mobiltelefone und Computer tätig; das Smartphone P6 avancierte zu einem Bestseller.

Die Gäste aus Österreich haben Schutzanzüge an; jeder Staubpartikel gefährdet die Qualität der hier gefertigten Hightechprodukte. Die PR-Frau Leslie Chang lobt die komfortablen Arbeitszeiten.

Der Tag in der Fabrik beginnt um 8.30 Uhr und endet um 18.30 Uhr. Alle zwei Stunden gibt es eine 15-minütige Pause, zu Mittag 90 Minuten. Nach dem Essen ist ein Schläfchen vorgesehen.

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