Der Mann, der prinzipiell dagegen ist

Erstmals seit 15 Jahren inszeniert der bekennende Querulant Frank Castorf wieder am Burgtheater

Feuilleton | Kantinentratsch: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Normalerweise ist die Burgtheater-Kantine für Journalisten tabu. Um die Privatsphäre der Künstler zu schützen, sind Reporter hier nicht gern gesehen, Fotografieren ist überhaupt strengstens verboten. Das Interview mit Frank Castorf findet natürlich trotzdem in der Kantine statt, und selbstverständlich darf auch fotografiert werden. Der Berliner Regisseur, der mit seiner nonkonformistischen Kunst weltberühmt geworden ist, hält sich eben nicht gern an Regeln.

"Ich bin krank. Ich bin psychopathogen. Ich bin querulatorisch", gestand er vor zwei Jahren in einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. "Wenn ich ,weiß' höre, muss ich ,schwarz' denken." So sind auch Castorfs aktuelle Kommentare zur Burgtheaterkrise zu erklären: schon aus Prinzip gegen den Mainstream. Verschwendung, na und? "Theater ist etwas Barockes, ein rechtsfreier Raum. Es gehört auch eine gewisse Unbotmäßigkeit dazu, Theater zu machen."

Das vorige Woche im Falter erschienene Interview mit Frank Baumbauer, in


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