"Es lohnt sich, zu kämpfen"

Der Konzertveranstalter und Autor Berthold Seliger über Kapitalismus, Kulturindustrie und Dissidenz

Feuilleton | Interview: Gerhard Stöger | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Der Name Berthold Seliger bürgt für Qualität. 25 Jahre lang kümmerte sich der deutsche Konzertveranstalter mit seiner Agentur um die Europatourneen interessanter Bands aus dem Alternative-Pop-Bereich wie Calexico und Lambchop; Rockgrößen wie Patti Smith und Lou Reed betreute er ebenfalls. Der Name Seliger steht aber auch für Kritik: Seinen Newsletter nützte der 54-Jährige stets für bissige Kommentare, seine Texte zu Musik und Kulturpolitik sind unter anderem in Konkret und der Berliner Zeitung zu lesen.

Im Herbst letzten Jahres fasste er seine jahrzehntelangen Beobachtungen im vielbeachteten Buch "Das Geschäft mit der Musik" zusammen, die dazugehörige Vortragsreise führte ihn kürzlich nach Wien. Seine Agentur hat Seliger Ende 2013 geschlossen. Einzelne Acts betreut er weiterhin, künftig will er aber vorrangig als Autor arbeiten.

Falter: Herr Seliger, waren Sie ein Angry Young Man?

Berthold Seliger: Das weiß ich nicht, aber ich bin im Bayern der 70er-Jahre aufgewachsen, und


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