"Aus Wut sollte man nicht inszenieren"

Andere Intendanten haben es auch nicht leicht: Róbert Alföldi wurde im ungarischen Parlament als Schwuchtel beschimpft

Feuilleton | Gesprächsnotiz: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Wiens freie Gruppen klagen immer wieder über die prekären Verhältnisse, unter denen sie arbeiten müssen. Und Matthias Hartmann hat sich den Job am Burgtheater sicher auch anders vorgestellt. Und doch geht es den Theaterleuten hier immer noch prächtig - zumindest im Vergleich mit ihren Kolleginnen und Kollegen in Ungarn.

Dort hat die reaktionär-nationalistische Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orbán in den letzten Jahren auch die Theaterlandschaft kräftig umgestaltet. Die Subventionen für die - international erfolgreiche - freie Szene wurden stark gekürzt, die Leitungspositionen an den Schauspielhäusern mit regimetreuen Leuten besetzt.

Besonders schlimm traf es Róbert Alföldi, der als Intendant des Nationaltheaters quasi der Hartmann Ungarns war. Der homosexuelle Regisseur wurde im Parlament als "Schwuchtel" beschimpft und als "Roberta" verhöhnt, die Rechten demonstrierten vor dem Theater gegen ihn, und sein im Juni 2013 auslaufender Vertrag wurde nicht verlängert,


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