Jenseits des Frustprinzips

Die Direktorin des Freud-Museums Monika Pessler wagt einen Neustart - mit leeren Händen


Analyse: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Sogar berühmte Forscher würden die Couch dort vermuten, wo sie schon lange nicht mehr ist. Monika Pessler, die neue Direktorin des Sigmund-Freud-Museums, geht durch das Behandlungszimmer des Gründers der Psychoanalyse und schildert die besondere Aura des Ortes. Bei der Flucht aus Wien nahm die Familie Freud auch das berühmte Sofa mit, auf dem die Patienten zum therapeutischen Gespräch Platz nahmen.

Die meisten der Gäste würden nach dem Besuch der Berggasse 19 verdrängen, dass sich die Ikone der Lehre vom Unbewussten heute in London befindet. Dieses Beispiel für die Tücken der Erinnerung will die Kulturmanagerin zum Ausgangspunkt einer neuen Präsentation machen, etwa in Form eines Hologramms. "Die Leute imaginieren Dinge, die gar nicht da sind", sagt Pessler.

Die 48-jährige Kunsthistorikerin managte die Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler Privatstiftung, bevor sie Anfang des Jahres die Leitung des Freud-Museums antrat, was keine einfache Aufgabe ist. Ihre Vorgängerin

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