"Ich kenne den ukrainischen Havel leider noch nicht"

Wie geht es ukrainischen Intellektuellen mit der Revolution? Der Übersetzer und Autor Martin Pollack beobachtet es genau

Politik | Interview: Barbara Tóth | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Martin Pollack hat kein Handy. Aber er ist pünktlich. Sehr pünktlich. Gut eine halbe Stunde früher sitzt der Publizist und langjährige Polen-Korrespondent des Spiegel bei einem großen Milchkaffee im Wiener Café Bräunerhof und arbeitet die internationalen Tageszeitungen durch. Ukraine überall. Pollack kennt das Land gut. Für die dieswöchige Leipziger Buchmesse kuratiert er den Schwerpunkt "tranzyt.kilometer 2014" zur Literatur aus Polen, der Ukraine und Belarus. Wer von den ukrainischen Schriftstellern tatsächlich kommen wird, ist noch ungewiss. Eben ist auch Pollacks Buch "Kontaminierte Landschaften" erschienen, darin geht es um vergessene Schreckensschauplätze in Europa, viele davon in der Ukraine.

Falter: Herr Pollack, wie kommen Sie eigentlich auf den Begriff "kontaminierte Landschaften"?

Martin Pollack: Es ist sicherlich ein völlig unwissenschaftlicher Begriff. Das wurde mir auch schon vorgehalten. Ich habe ihn einfach erfunden. Verletzte oder verwundete Landschaften hätten


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