Nüchtern betrachtet

Ich schätze meine Fußpflegerin sehr

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Feuilleton | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Sprachregelungen gegenüber reagiere ich gemeinhin ausgesprochen skeptisch, weil ich dahinter meist das Bestreben vermute, der Gesellschaft alle Antagonismen auszutreiben und die wattige Herrschaft des fragwürdigen Triumvirats von Friede, Freude & Eierkuchen zu etablieren. Auch glaube ich nicht daran, dass schon alles besser sei, wenn die Leute nur schön sprächen. Die jüngste Wattevokabel, mit der die üblichen Verdächtigen übereingekommen sind mich zu quälen, lautet "wertschätzend". Nun soll man gewiss freundlich zu den Menschen sein, man muss aber auch nicht alles wertschätzen und tut das auch nicht. Es gibt viele Leute, die Arbeiten schlecht, falsch oder nachlässig ausführen, sich mutwillige Materialpimpeleien zuschulden kommen lassen oder anderweitig Unfug begehen. Es ist falsch, verlogen und feige, über alles die Wolldecke der Wertschätzung breiten zu wollen, wenn darunter umso ungehemmter Scheiße gebaut und Schabernack getrieben wird. Gerade von den Unverschämten wird


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