"Sie nehmen das zu lässig"

Die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff über ihre umstrittene Kritik an der Fortpflanzungsmedizin

Politik | Interview: Klaus Nüchtern | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Als die bis dahin unbekannte Sibylle Lewitscharoff 1998 die literarische Bühne betrat, war sie bereits 44 Jahre alt und gewann mit einem Ausschnitt aus ihrem Roman-Debüt "Pong" gleich einmal den Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. In der Folge legte die gebürtige Stuttgarterin mit bulgarischem Vater eine ebenso erstaunliche wie solide Karriere hin, erhielt für Romane wie "Consummatus""Apostoloff" oder zuletzt "Blumenberg" (2011) viel Lob und neben vielen anderen auch den Georg-Büchner-Preis (2013).

Die Rede, die sie am 2. März im Staatsschauspiel Dresden gehalten hat, löste indes einmütige Empörung aus. Auf den offenen Brief, in dem der Dresdner Chefdramaturg Robert Koall Lewitscharoffs Menschenbild kritisierte, "das Verklemmung mit Verachtung" paare, folgte in seltener Einhelligkeit so ziemlich das gesamte deutschsprachige Feuilleton. Der Spiegel schrieb von einer "Blaupause für einen neuen Klerikalfaschismus", selbst der Suhrkamp Verlag, bei dem Lewitscharoffs Bücher erscheinen, distanzierte


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