Wer fürchtet sich vor dem N-Wort?

Mit der hysterischen Bereitschaft, überall Rassisten und Päderasten zu wittern, ist niemandem geholfen

Falter & Meinung | Kommentar: Klaus Nüchtern | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Kein Tag vergeht, ohne dass jemand etwas von sich gibt, was jemand anderen empört. Das ist in Gemeinschaften, die größer sind als eine Kleinfamilie und mehr Konflikte zulassen als eine Sekte, ganz normal.

In letzter Zeit neigen die Erregungskreisläufe freilich zu exponentieller Selbstverstärkung: Die Empörungsbereitschaft nimmt zu, und die sozialen Medien stellen einen idealen Hallraum dar, um in kürzester Zeit größtmögliches Getöse zu entfachen, das dann auch noch zur selffulfilling prophecy tendiert: "Man wird doch wohl noch sagen dürfen!", meint trotzig A. "Eben nicht!", antwortet B, worauf sich A in der Auffassung bestätigt sieht, dass es sich bei B um einen Tugendterroristen handle.

Wo in Deutschland sehr voraussehbar Thilo Sarrazin und eher überraschend Sibylle Lewitscharoff (siehe auch S. 16) für Aufregung sorgen, da ebben hierzulande die Wellen der Erregung über (vermeintliche) rassistische Schmähungen nicht ab - ob das nun den Auftritt des Puls-4-Moderators und Kabarettisten


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige