Digitalia

IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 11/14 vom 12.03.2014

Es ist total beeindruckend: Eine neue Technologie namens Spritz ermöglicht es, wesentlich schneller zu lesen. Bis zu 1000 Wörter pro Minute sollen möglich sein, das ist fast fünf Mal so rasant wie herkömmliches Lesen. Mit so einer Geschwindigkeit kann man einen Roman mit 1000 Seiten in nur zehn Stunden verschlingen.

Noch ist Spritz in der Entwicklungsphase, testen lässt sich die Methode bereits auf spritzinc.com. Das Programm blendet im Eiltempo einzelne Wörter ein, ein roter Buchstabe markiert die Wortmitte. Das funktioniert tatsächlich, unser Hirn kann die vorbeirasende Schrift erfassen. Trotzdem bin ich skeptisch, vor allem bei Romanen. Gute Literatur braucht Zeit, weil man Geschichten im Kopf kreiert und eine emotionale Beziehung zu den Figuren aufbaut. Das mag jetzt altmodisch klingen, aber beim genussvollen Lesen geht es nicht darum, schnell fertig zu sein, sondern darum, etwas für sein Leben mitzunehmen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige