Der Kunstkritiker und Ausstellungsmacher Markus Brüderlin ist tot

Feuilleton | Nachruf: Matthias Dusini | aus FALTER 12/14 vom 19.03.2014

Wie die Historie in der Gegenwart nachvibriert, war eines der Themen des Kunstkritikers und Kurators Markus Brüderlin. Ebenso beherzt verteidigte er die zeitgenössische Kunst gegen den Vorwurf des Zeitgeistigen. Der 1958 in Basel geborene Kunsthistoriker kam zum Studium nach Wien und wurde zu einer der wichtigen Stimmen des künstlerischen Aufbruchs Anfang der 1980er-Jahre.

Im Falter schrieb er damals, am Stil US-amerikanischer Kunstzeitschriften geschult, über die neue expressionistische Malerei von Hubert Scheibl und Otto Zitko, auch über die Künstler des Neo-Geo, die das Erbe des Konstruktivismus ironisch aufbereiteten. Aus den Werken der jungen Geometriker destillierte der Mittzwanziger jene Motive heraus, die ihn später auch als Ausstellungsmacher beschäftigen sollten: das Nachwirken des Ornaments in der modernen Abstraktion.

Als das Kulturministerium Mitte der 90er-Jahre sogenannte Staatskuratoren suchte, die die Entwicklung der Kunst ohne bürokratische Hürden vorantrieben,

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